Triamed Kreisklinik Prien am Chiemsee
Akademisches Lehrkrankenhaus
der Ludwig-Maximilians Universität München
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Krankenhäuser des Landkreises Rosenheim
Triamed Kreisklinik Prien a. Chiemsee
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Araber spendet 100.000 €


Prien, Chiemgau Zeitung, 07.07.2007, Dirk Breitfuß
An etwas Vergleichbares kann sich in der Triamed-Kreisklinik Prien niemand erinnern. «Was kostet ein neues Gerät?», wollte der Patient wissen. Weil die Antwort «etwa 100.000 Euro» war, überwies der Mann genau diese Summe nicht einmal zwei Tage später.
Nichts deutete am frühen Abend des 5. Juni darauf hin, dass hier ein besonderer Patient eingeliefert wird. Der 50-Jährige Araber war mit Familie und Freunden zum Motorradfahren im Chiemgau. In Aschau fiel ihm seine Harley-Davidson auf den Fuß: Unterschenkelbruch. Für den diensthabenden Dr. Holger Hoffmann in der Ambulanz und Oberarzt Dr. Martin Primbs ein Routinefall. Nur weil das gut 20 Jahre alte Röntengerät seit einigen Tagen defekt war, mussten sie ein bisschen improvisieren. Die Techniker waren gerade mit der Reparatur beschäftigt. Der Araber, in Jeans und mit Harley-Jacke, ließ alles geduldig über sich ergehen. Er bekam seinen Gips und zur Beobachtung ein Bett. Ein Indiz dafür, dass es sich vielleicht um einen wohlhabenden Patienten handeln könnte, gab es am Abend dann doch - ohne dass dem zu diesem Zeitpunkt irgend jemand vom Klinikpersonal Bedeutung beigemessen hätte. «Wir haben ihn genau so gut behandelt wie jeden anderen und ihm nur in Ruhe erklärt, was zu machen ist», erinnert sich Dr. Primbs. Der Araber wollte wegen seiner Familie zur Weiterbehandlung lieber nach London - dort besitzt er ein Haus. «Muss ich liegend transportiert werden oder nicht? Ich kann es mir aussuchen», waren laut Primbs sinngemäß seine Worte in akzentfreiem Englisch. Vor seiner Entlassung am nächsten Morgen zahlte der Araber die Rechnung für seine stationäre Behandlung (rund 800 Euro) bar, was sehr ungewöhnlich ist. Dann wollte der Patient von Primbs und Franz Huber, dem betriebswirtschaftlichen Leiter, wissen, was ein neues Röntgengerät kosten würde. Als ihm die Summe von 100.000 Euro genannt wurde, wollte er nur noch die Kontonummer. «Reicht es, wenn das Geld am Freitag da ist?», war seine letzte Frage. Und am Freitagvormittag waren 100.000 Euro eingegangen. «Er hat mit einer solchen Selbstverständlichkeit gefragt, dass Herrn Huber und mir klar war: Der meint es ernst», erzählte Primbs im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Alle anderen glaubten es erst, als das Geld eingegangen war. Der Oberarzt kann sich an eine Spende von 1.000 Mark vor vielen Jahren erinnern, die bisher die mit Abstand höchste in seiner Laufbahn war. Der Araber wird wohl auf lange Zeit Rekordhalter bleiben. Eine Quittung wollte er übrigens nicht. Auch eine Dankestafel für die noble Spende kam nicht infrage. Meinen Dank bekomme ich von Gott», winkte der Mann ab. «Wir haben ihn wie jeden anderen behandelt. Vielleicht hat ihm das gefallen», mutmaßt Primbs. Der Araber selbst sei sehr zuvorkommend gewesen - außer einem Einzelzimmer hatte er keinerlei Wünsche. Seine Frau und Freunde, die ihn in der Klinik besuchten, hätten ebenfalls wie ganz normale Urlauber gewirkt. Sie alle waren westlich und leger gekleidet. «Dann war er weg und das Geld auf dem Konto.» Die Klinik hat ihm inzwischen mit einem Brief gedankt. Triamed-Vorstand Klaus-Peter Fischer will das unverhoffte Geld zum Teil in neue Medizintechnik stecken und den Rest zur Anschubfinanzierung für ein «Pacs»-System verwenden. Es soll ab 2008 die digitale Übertragung und Archivierung von Röntenaufnahmen ermöglichen. Die Reparatur der Röntgenanlage hat knapp 5.000 Euro gekostet. Sie war einen Tag nach der Entlassung des spendablen Arabers wieder in Betrieb.
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