Interview zwischen Herrn Fischer und Stadtmagazin Bad Aibling Stadtmagazin Bad Aibling: Sehr geehrter Herr Fischer, können Sie uns kurz in Ihrer Funktion als Vorstand der drei Kreiskliniken die derzeitige Ausgangssituation der Kreisklinik in Bad Aibling schildern?
Fischer: Die Kreisklinik ist mit 150 Betten als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung (I. Versorgungsstufe) im Bayerischen Krankenhausplan aufgenommen. Insgesamt versorgen hier 220 Mitarbeiter(innen) rund 6.000 stationäre und 6.500 ambulante Patienten im Jahr in zwei bettenführenden Hauptabteilungen, der Chirurgie und der Inneren Medizin sowie der Hauptabteilung Anästhesie und 2 Belegabteilungen HNO und Geburtshilfe/Gynäkologie. Darüberhinaus ist die Kreisklinik auch Ausbildungskrankenhaus für Gesundheits- und Krankenpflege. Mit den drei Chefärzten, Dr. Neidhardt in der Inneren Medizin, Priv. Doz. Dr. med. Dr. med. habil Brandmair in der Chirurgie und Dr. Pfeiffer in der Anästhesie ist das Haus bestens gerüstet für eine weitere qualitativ hochwertige Versorgung seiner Patienten.
Stadtmagazin Bad Aibling: In den letzten 1,5 bis 2 Jahren hört man ständig die Begriffe Verstärkung, Ausweitung des Leistungsangebotes und Erneuerungen, können Sie uns sagen, was sich genau alles in dieser Zeit verändert und verbessert hat?
Fischer: Seit letztem Jahr verstärken zwei Konsiliarärzte die Kreisklinik Bad Aibling im Bereich der Knochenchirurgie und Endoprothetik. Das Krankenhaus Bad Aibling setzt hier neue Maßstäbe in der Versorgung Ihrer Patienten mit unfall- oder verschleißbedingten Erkrankungen der Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenke durch die Kooperation mit der in Bad Aibling ansässigen Praxisklinik für Orthopädie und Sportorthopädie. Das Team um Dr. Jürgen Köster und Dr. Wolfgang König versorgt in Zusammenarbeit mit der chirurgischen Abteilung der Kreisklinik unter Leitung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Wolfgang Brandmair Patienten im Bereich orthopädische Gelenkchirurgie, Knochenchirurgie und Endoprothetik.
Seite Ende 2004 kann die Kreisklinik mit einem Pionier der Ohrenheilkunde als Belegarzt aufwarten. Prof. Dr. Benno Paul Weber war weltweit einer der ersten, die ein teilimplantierbares Hörgerät eingesetzt haben. Er ist außerdem einer der international erfahrensten Cochlea-Implantat-(elektronische Innenohrprothese)-Chirurgen. Der gebürtige Aiblinger HNO-Spezialist kehrte nach Jahren als Leitender Arzt an der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie am Universitäts-Spital Zürich in seine Heimatstadt zurück und eröffnete in der Münchner Straße 2 (Nigglbau) eine Praxis, wobei er gleichzeitig an der Kreisklinik tätig ist.
Desweiteren stehen in der Kreisklinik Bad Aibling seit 01.03.2005 erstmals im Landkreis Rosenheim zwei sogenannte Überbrückungszimmer für Patienten und Ihre Angehörigen zur Verfügung. Schwerkranken und sterbenden Menschen möchte man so ein würdiges und weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen. Eine schmerzlindernde Therapie steht daher im Vordergrund.
Die Triamed Kreisklinik verfügt neben Ihren beiden Schwesterkliniken in Prien und Wasserburg als erste Klinik in Südostbayern über die derzeit modernste Methode der Überwachung der Narkosetiefe. Dabei werden die Gehirnströme des Patienten über Klebeelektroden an der Stirn kontinuierlich aufgezeichnet und über einen Prozessor quantifiziert. Somit können Veränderungen der Narkosetiefe wesentlich früher erkannt werden und die Narkosemittel noch präziser dosiert werden. Darüber hinaus werden wie bei herkömmlichen Narkoseverfahren auch der Kreislauf und alle wichtigen Organfunktionen überwacht. Mit Dr. Pfeiffer als Chefarzt der Anästhesie wird die moderne Anästhesie angefangen von der Regionalanästhesie bis hin zur Schmerzbehandlung weiter forciert. Er hat ebenso wie in der Gynäkologie und Geburtshilfe die beiden Belegärzte Dr. Vorhoff und Frau Dr. Augustin neueste Methoden und Verfahren eingebracht.
Stadtmagazin Bad Aibling: Herr Fischer, bei so vielen Neuerungen gibt es da auch noch weitere Pläne für die Zukunft der Kreisklinik?
Fischer: Ja, in jedem Fall, wir werden unser Leistungsangebot noch weiter ausbauen, verstärkt auf Kooperationen setzen und insbesondere durch unser umfassendes Qualitätsmanagement an einer ständigen Verbesserung aller Abläufe und Prozesse arbeiten. Stillstand bedeutet Leerlauf und den wird es in unseren Häusern nicht geben. Um die Leistungsfähigkeit und die Vollständigkeit des Management-Systems noch stärker nach außen zu dokumentieren, wird sich die Kreisklinik im Oktober 2006 einer strengen, externen Überprüfung unterziehen, um die Zertifizierung nach der so genannten DIN EN ISO 9001:2000 zu erreichen.
Desweiteren ist die Umrüstung eines 3. OP`s in der Kreisklinik Bad Aibling in einen hochmodernen Operationssaal, der auf Grund seiner hohen aseptischen Beschaffenheit (z.B. Laminar-Air-Flow)* auch für hochsterile Knocheneingriffe genutzt werden kann, neben seiner Nutzung für ambulante Eingriffe, in vollem Gange. Mit dem 3. OP sollen die ambulanten Operationsmöglichkeiten - insbesondere HNO und Gynäkologie - ausgebaut werden. Der OP sowie viele andere Bereiche können im Rahmen des Tages der offenen Tür am 17.September 2006 in der Kreisklinik besichtigt werden.
Die Verzahnung und bessere Zusammenarbeit zwischen ambulant und stationär wird die Zukunft noch stärker bestimmen. Deshalb sind wir an einer guten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten sehr interessiert. Dies ist heute bereits Standard, wird aber in verschiedenen Bereichen, wie bspw. mittels einer Zuweiserzeitung noch verfeinert.
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