Klinik-Pläne sorgen für Unruhe Wasserburg (koe) - Bei der Arbeit an einem zukunftsfähigen Konzept für das Kreiskrankenhaus in Wasserburg kommt die «Triamed»-Leitung auf immer neue Projekte. Mit dem jüngsten Ansatz hat man nun für Unruhe unter niedergelassenen Ärzten gesorgt: Die Klinik kaufte eine Frauenarzt-Praxis, sie soll einen Grundstock für ein «Medizinisches Versorgungszentrum» bilden, das am Kreiskrankenhaus zum 1. April 2006 eröffnet wird. «Wie kann man den stationären Bereich der Klinik stärken?» Das sei die entscheidende Frage, so Geschäftsführer Hans-Peter Fischer. Dass dabei auch die ambulante Versorgung eine große Rolle spielt, das wird nicht verhehlt.
Beim neuen «Medizinischen Versorgungszentrum» (MVZ) allerdings gehe es nicht in erster Linie um die Erhöhung der ambulanten Patientenzahlen. «Wir müssen reagieren, wenn uns Zulieferer, also Niedergelassene, wegbrechen», so Fischer. Das drohte nun nach der Schließung einer Gynäkologie in Haag auch in Wasserburg, wo Dr. Pieper seine Frauenarzt-Praxis zum Verkauf angeboten hatte. Das Krankenhaus hat zugegriffen und wird eine Ärztin der Klinik für diese Praxis freistellen. Ebenfalls im MVZ mitarbeiten soll die Anästhesie, in einem Jahr soll dann die Chirurgie dazukommen.
«Wir wollen keinem Niedergelassenen etwas wegnehmen, sondern vielmehr die Kooperation weiter ausbauen. Wir brauchen ja die Einweiser», betont Fischer. Deshalb werde man das MVZ auf Facharztbereiche beschränken und auch hier auf etwas speziellere Richtungen. So soll keine internistische Sparte ausgebaut weren, denn dafür gebe es im niedergelassenen Bereich eine große Bandbreite, meint der Geschäftsführer. In den Bereichen Chirurgie, Anästhesie und Gynäkologie dagegen gebe es in der Region entweder kein oder ein beschränktes Angebot. Hier sei das Krankenhaus ohnehin ein Kompetenzzentrum, das müsse man ausbauen, ist Fischer überzeugt.
Dass die neue Entwicklung bei den niedergelassenen Ärzten auch «Unruhe und Sorgen» auslöse, sei nachvollziehbar, meint Fischer. «Natürlich gibt es Ängste, dass wir zu groß werden.» Es sei einfach eine Gradwanderung: «Das Krankenhaus soll einerseits Mittelpunkt der medizinischen Versorgung sein, darf aber natürlich andererseits nicht die Niedergelassenen gefährden.»
Ein weiterer Weg ist neben dem MVZ dabei die Integration von eigenständigen Praxen in die Klinik. Das wird ab Januar in Wasserburg mit einer Neurochirurgie der Fall sein. Dr. Schneid bezieht Räume im Krankenhaus und hat auch einige Betten, den chirurgischen Betrieb wird er in Kooperation mit der Klinik abwickeln. Weitere Praxen könnte sich Hans-Peter Fischer auch im Bereich HNO oder Urologie vorstellen. «Das würde uns weiter stärken und den Fachärzten ebenfalls helfen.»
|