Neuer Chefarzt ist Unfallchirurg Wasserburg (koe) - Noch haben die Kreiskliniken, besonders auch die in Wasserburg, ihre Probleme nicht überwunden. Davon ist Landrat Dr. Max Gimple überzeugt.
Doch bei der Einführung der zwei neuen Chefärzte von Chirurgie und Gynäkologie war er gleichzeitig optimistisch, dass der Wert der öffentlichen Krankenhäuser wieder stärker ins Bewusstsein gekommen ist. Dass sie in erster Linie die Grund- und Regelversorgung im Blick haben werden, gleichzeitig aber auch hohe Qualität als Spezialisten bieten wollen, versicherten die neuen Chefärzte.
Das Wasserburger Haus sei «fest verankert in der Region», gab sich der Geschäftsführer der «Triamed», Klaus-Peter Fischer, wie das Kommunalunternehmen jetzt heißt, optimistisch. Dass man aber im harten Wettbewerb steht, das war bei dem Festakt für die beiden neuen Chefs ebenso klar.
Dr. Gimple allerdings war überzeugt, dass die Privatisierungs-Euphorie im Krankenhausbereich vorüber sei. Privatfirmen seien immer am Gewinn orientiert, die öffentlichen Träger dagegen an ihrem Versorgungsauftrag. Und den wüssten Patienten wie Kostenträger angesichts der ständigen Veränderungen in der Krankenhaus-Landschaft durchaus wieder zu schätzen: «Wir sind einfach zuständig, wenn es um die Grund- und Regelversorgung geht.»
Trotzdem müssten sich die Kreiskrankenhäuser weiter verbessern. Dabei gab der Landrat drei Ziele vor. Das Vertrauensverhältnis mit den niedergelassenen Ärzten müsse ausgebaut werden. Man müsse die Wirtschaftlichkeit weiter optimieren, wobei Gimple auch Outsourcing als Möglichkeit erwähnte. Und schließlich sei eine hohe Qualität entscheidend für die Zukunftsperspektive der Häuser.
In Wasserburg sollen künftig die zwei neuen Chefärzte die Qualität im Bereich der Chirurgie und der Gynäkologie/Geburtshilfe sicherstellen. Dr. Martin Heindl ist bereits seit mehreren Jahren in Wasserburg. Er wurde von seinem früheren Chef in Straubing, Professor Zahn, als «menschlich sympathisch und fachlich hochqualifiziert» vorgestellt. Ursprünglich war er als Kinderarzt nach Straubing geholt worden und machte dort auch den Facharzt in der Frauenheilkunde, eine Doppelqualifikation, die es nur zweimal in Bayern gebe, so Zahn.
Dr. Heindl selbst ging auf seine Laufbahn ein und erwähnte dabei auch den «Karriereknick», als er nach drei Jahren als Chefarzt in Donauwörth dort wegen großer Differenzen seine Arbeit beendete. In Wasserburg habe er aber nun wirklich seine «Wunschstelle» erreicht.
Dr. Clemens Bitter, der neue chirurgische Chefarzt, betonte, dass er sich zwar auf die Unfallchirurgie spezialisiert habe, gleichzeitig aber eine «breite chirurgische Ausbildung» vorweisen könne. Hier habe Wasserburg sehr viele Möglichkeiten. In seinem Spezialgebiet will Dr. Bitter schrittweise das Angebot ausbauen. So sollen Gelenkprothesen, arthroskopische Operationen etwa bei Gelenkverletzungen, die Hand- und Fußchirurgie und die Versorgung von chronischen Wunden verstärkt aufgenommen werden. Außerdem sei Wasserburg nun auch offiziell zugelassen für das ambulante Operieren. Es sei klar, dass man mit diesem Angebot «scheinbar festgefahrene Wege im Landkreis» verlasse, spielte Dr. Bitter auf die Konkurrenz zu Vogtareuth an. Professor Dr. Josef Stadler aus Prien, der Ärztliche Direktor der Triamed-Kliniken, hatte in der Übergangszeit auch die Leitung der Chirurgie in Wasserburg übernommen. Dafür dankte ihm Landrat Dr. Gimple ausdrücklich. Stadler gab seinen Kollegen den Rat auf den Weg, ihr Amt, das manchmal mit Erwartungen von außen überfrachtet sei, nicht zu hierarchisch zu verstehen. Entscheidend für den Erfolg eines Mediziners -seien menschliche Wärme, Teamgeist und gute Zusammenarbeit.
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