Ärzte wieder optimistisch Wasserburg (koe) - Die Wasserburger niedergelassenen Ärzte begrüßen das neue Konzept, mit dem der Landkreis seine Krankenhäuser fit für die Zukunft machen will. Beim letzten «Ärzte-Stammtisch» wurden die neuen Schwerpunkte vorgestellt.
Man habe dabei einen sehr optimistischen Eindruck gewonnen, so Thomas Wilsmann, der Organisator des Treffens.
Die niedergelassenen Ärzte im Raum Wasserburg kommen regelmäßig monatlich zu Austausch, Fortbildung und berufspolitischen Diskussionen zusammen. Beim letzten Treffen kamen besonders viele Ärzte, ging es doch um die Neuorganisation der Kreiskliniken, die unter dem Stichwort «verstärkte Zusammenarbeit - wohnortnahe Versorgung» stehen.
Der künftige Chef der Bauchchirurgie in Prien und Wasserburg, Professor Dr. Stadler, und der Vorstand des Kommunalunternehmens, Klaus-Peter Fischer, stellten dabei ihre Pläne vor.
Dabei ging es auch um die Zukunftsfähigkeit der Häuser, werden doch im Allgemeinen kleineren Häusern weniger Chancen eingeräumt. So war in einem überregionalen Artikel auch der Landkreis Rosenheim mit seinen drei Krankenhäusern als einer derjenigen bezeichnet worden, der besondere Probleme habe.
Gegen diese These setzten die beiden Verantwortlichen ihren Ansatz, nach dem die Patienten in der Regel in dem für sie wohnortnächsten Krankenhaus behandelt werden wollen und sollen. Die Spezialisten dafür aber werden künftig auch aus den anderen Kreiskliniken kommen. Dies soll in erster Linie in der Chirurgie zu einem überörtlichen Einsatz der Operateure führen.
Dieses Konzept sei eindrucksvoll und nachvollziehbar dargelegt worden, so Thomas Wilsmann in einer Stellungnahme. Und auch die «Chemie» habe gestimmt: «Mir ging es nach Jahren der ständig wiederkehrenden Präsentation neuer Führungskräfte für das Wasserburger Krankenhaus jetzt so, dass ich nicht nur beeindruckt war von fachlicher Kompetenz und Bekundungen großer Vorhaben, sondern überhaupt ein sehr gutes Gefühl hatte.»
Es seien allerdings noch schwierige Aufgaben zu bewältigen. «Wir müssen erreichen, dass die Patienten dieser Region nicht abwandern und dass die Kompetenz und Reputation des Krankenhauses erhalten und gestärkt werden», meint Wilsmann. Hier komme den Niedergelassenen als Einweiser eine wichtige Aufgabe zu.
Dass die Zusammenarbeit zwischen ihnen und dem Krankenhaus intensiviert werden muss, steht für Wilsmann fest, der dabei einen kleinen Seitenhieb anbringt: «Ich möchte nicht noch einmal erleben, dass den niedergelassenen Ärzten und deren Patienten im Raum Wasserburg pauschal mangelndes Vertrauen in Klinikärzte vorgeworfen wird, wie dies vor einigen Monaten der scheidende Chefarzt Dr. Roder in der Zeitung gemacht hat.»
|