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Respekt, Loyalität und Freundschaft Wasserburg (vo) - Wer ihn kennt, hört beim Lesen seiner Abschiedszeilen an die Kollegen den humorigen Zungenschlag des gebürtigen Pragers.
«Bevor ich den unerwünschten, nicht verdienten Unruhestand antrete», schreibt er in seinem Dankeschön für das Vertrauen, die Loyalität und auch Freundschaft, die er in den über 37 Jahren am Wasserburger Krankenhaus erfahren habe. Der Chefarzt der gynäkologischen-geburtshilflichen Abteilung ist seit dieser Woche offiziell Ruheständler. In insgesamt 42 Berufsjahren hat Hanusch rund 25000 Frauen entbunden, davon etwa 18000 in Wasserburg: «Ich bin alt geworden mit drei Generationen», so drückt er es aus. Hanusch wird in Trautenau im Riesengebirge geboren, studiert in Prag und promoviert an der Karls-Universität. Er schließt 1968 seine Ausbildung in Anästhesiologie ab und beendete sein Studium schließlich als Facharzt für Gynäkologie und Gebursthilfe. Alle Papiere sind zusammen, um in Berlin als Stipendat zwei Jahre mit anderen europäischen Studenten zu arbeiten. Hanusch wäre der Einzige aus dem Osten gewesen. Es klappt nicht, ohne Erklärung.
In den Westen schafft er es dann doch, über Österreich und weil er russisch spricht. Zunächst landet der junge Arzt in Prien. Dank eines befreundeten Arztes bekommt er den Tipp, sich für das gerade drei Jahre alte Krankenhaus in Wasserburg zu bewerben, was er auch macht. An die Vorstellung vor den Oberen des Landkreises Wasserburg in Haag erinnert er sich noch gut. Danach habe ihm Landrat Stulberger auf die Schulter geklopft und gemeint, «des werd scho».
Dr. Peter Hanusch begann als Assistenzarzt im Zwei-Mann-Betrieb der Geburtshilfe am Krankenhaus mit Dr.Ernst Miethaner, damals jüngster Chefarzt in Bayern. Und noch 1968 war Hanusch der jünste Oberarzt in diesem Lande. Chefarzt wurde er 1992, zwei Jahre leitete er Anfang der 70er-Jahre auch die Krankenpflegeschulen des Landkreises Wasserburg und Rosenheim und von Oktober 1998 bis 2003 war Hanusch Ärztlicher Leiter des Wasserburger Krankenhauses.
Heute kann der Arzt sagen, was er damals empfand, als er in Wasserburg anfing: «Ich war geschockt». Die Gynäkologie sei eigentlich gar nicht vorgesehen gewesen, die Kaiserschnitte und Geburten könnte, so habe man damals gedacht, leicht die Chirurgie mitmachen. In der Tschechoslowakei musste jeder vor den Prüfungen zum Facharzt die Anästesiologie absolvieren, «in Wasserburg führte ich als -erstes die Narkoseinfiltration ein».
Der Fortschritt brachte dann den Ultraschall, «ohne den gar nichts mehr geht». Früher undenkbar, heute selbstverständlich sei, dass Männer bei den Untersuchungen und Geburten dabei sind. Als eine «berechtigte Reaktion auf die überwissenschaftliche Medizin und die programmierte Geburt mit den idiotischen Einleitungen, die oft in einer Zangengeburt oder einem Kaiserschnitt endeten» bezeichnet Hanusch, dass daraufhin die natürliche Geburt propagiert worden sei. «Die Kunst ist das Überwachen und Betreuen.»
Vieles habe sich auch in der Krebsvorsorge getan, wie auch im Krankheitsfall die Behandlungsmöglichkeiten besser wurden. Und bei allem medizinischen Fortschritt verweist Hanusch auch auf einen weiteren Aspekt: «Ein Besuch oder die Behandlung beim Frauenarzt ist zu 70 Prozent auch ein psychologischer Vorgang.» Und so werde viel Wert auf angenehmes Umfeld für die Patientinnen gelegt. «Wenn eine Patientin sagt, sie habe sich wohlgefühlt und würde, wenn notwendig, gerne wiederkommen, ist das größte Kompliment». Seinem Nachfolger Dr.Martin Heindl wünscht er, dass die Patientinnen ihm ebensoviel Freundlichkeit, Respekt und Vertrauen entgegeben bringen wie ihm. Sein Büro im Krankenhaus hat er schon geräumt und die Frage, was er denn nun im Ruhestand tun werde, ist eigentlich nicht notwendig: Peter Hanusch ist Gründungsmitglied des Wasserburger Kammerorchesters und deren Erster Konzertmeister. Noch keine fünf Jahre alt, hatte er in Prag seinen ersten öffentlichen Auftritt, mit 13 bestand er die Aufnahmeprüfung am Konservatorium für das Fach Violine. Er erhielt mehrere Jugendmusikpreise und gehörte auch zu den Gründern des Prager Jugend-Symphonieorchesters.
Mit Computern werde er sich bestimmt nicht beschäftigen, lacht Hanusch und verrät einen kleinen Traum: «Einmal im Gasteig spielen. Und da muss ich ganz bestimmt nicht ganz vorne stehen.»
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"Krankenhäuser des Landkreises Rosenheim"
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