Abteilung für Innenansichten Wasserburg (syl) - Raus aus dem Besenkammerl, rein in das Bewusstsein der Patienten. Das will die Kreisklinik mit der Endoskopie schaffen. Und gab gut eine halbe Million Euro für die neue Abteilung aus.
Nicht die letzten Unkosten: «Wir werden ständig erneuern und investieren», versprach Klaus-Peter Fischer, Vorstand des Kommunalunternehmens Triamed Kreiskliniken, bei der Eröffnung.
Wasserburg ist nach Ansicht des Bürgermeisters Michael Kölbl ein starker Gesundheitsstandort: Es gibt zwei Kliniken und viele niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen. Vor einem Jahr sei noch die Frage gewesen, ob die Kreiskliniken überleben könnten, so der stellvertretende Landrat Lorenz Kollmannsberger, heute sei klar, dass die Häuser gut aufgestellt seien. Außerdem wolle die Bevölkerung kleine Häuser in Wohnortnähe, «aber die Qualität muss stimmen.» Dessen sind sich die Chefärzte und der Vorstand der Klinik bewusst: «Wir brauchen einen modernen Rahmen, moderne Technik, werden uns weiterentwickeln», so Klaus-Peter Fischer.
So in der jetzt eröffneten neuen Endoskopie. Ja, die Abteilung sei jetzt wohnlicher, aber der medizinische Gewinn sei doch deutlich größer und wichtiger, stellte der ärztliche Leiter der Kreisklinik Wasserburg und Chefarzt der inneren Abteilung, Privatdozent Dr.Heiko Rath, fest. Dennoch: Hemmschwellen abbauen gehe eben auch über attraktive Räume, so Kollmannsberger, der aus eigener Erfahrung weiß, dass «eine Endoskopie kein Erstkommunionstag ist».
1500 Endoskopien, überwiegend Magen- oder Darmspiegelungen, werden derzeit pro Jahr in Wasserburg gemacht. Zwei Untersuchungsräume verkürzen die ohnehin stressbehaftete Wartezeit, der Ultraschall ist nun direkt nebenan und es gibt einen Überwachungsraum, «denn wir machen hier meist kompliziertere Endoskopien mit mehr Beruhigungsmitteln», so Rath. 350000 Euro steckte das Kommunalunternehmen Kreisklinik in den Umbau der Räume, noch einmal 200000 Euro in die Geräte. Wobei der Freistaat 260000 Euro zuschoss, der Landkreis 20000 Euro.
In der Endoskopie der Kreisklinik werden ausschließlich Patienten behandelte, die stationär im Hause sind. Die Vorsorge läuft über die entsprechend ausgebildeten und ausgestatteten niedergelassenen Ärzte, wie zum Beispiel den Internisten Dr.Frank Huber. Dieser hatte zusammen mit Rath schon eine Bürgersprechstunde abgehalten, «da hat man nicht gemerkt, wer am Krankenhaus ist und wer niedergelassen», freute sich Fischer. Und genau diese Arbeit Hand in Hand, die soll noch viel besser werden, waren sich alle Anwesenden einig.
Die, so Kölbl, gebe es allerdings nicht auf Rezept, da gehörten die Menschen dazu. Klinik- und niedergelassene Ärzte müssten miteinander reden, Vertrauen aufbauen, die Kooperation leben. Erst dann könnten die Synergieeffekte genutzt werden. Und die, so Fischer, könnten auch so aussehen, dass niedergelassene Ärzte freie Kapazitäten im Krankenhaus nutzen - wie es beispielsweise ein Neurochirurg schon tut. «Wir werden ständig erneuern und investieren», hatte Fischer angekündigt. Und es geht in diesem Jahr auch noch weiter mit den Arbeiten an dem 43 Jahre alten Haus: In der Notfall-Ambulanz geht es weiter, da soll renoviert werden. Und in den nächsten zwei Jahren, da hat sich Fischer den OP-Bereich vorgenommen. Wasserburger Zeitung, 09.03.2007, Sylvia Hampel
|