Prien (re) - Der Zeckenbiss und seine möglichen Folgen stehen im Mittelpunkt einer Ärztetagung am Mittwoch, 8. März, im «Yachthotel» in der Kreisklinik Prien. Beginn ist um 19 Uhr. Das 15. Priener Forum, das das Thema «Lyme Borreliose» hat, veranstaltet die Kreisklinik Prien unter Leitung von Chefarzt Professor Dr. Christoph von Ritter in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesärztekammer.
Auf dem Programm steht ein Gastreferat von Professor Dr. Peter Herzer, München, zum Thema: «Lyme Borreliose» - Aktueller Stand von Klinik, Diagnostik und Therapie».
Seit mehr als 20 Jahren wissen die Ärzte, dass verschiedene Bakterienarten, die unter dem Begriff «Borrelia burgdorferi» zusammengfasst werden, nach einem Zeckenbiss eine Infektion verursachen, die zu vielfältigen Krankheitserscheinungen führen kann. Mittlerweile wurden Hochrisikoregionen identifiziert und eine effektive Diagnostik und Therapie entwickelt. Dennoch bleiben viele Fragen offen.
Die Diagnose ist oftmals schwierig. Im Frühstadium ist eine Borreliose durch typische Symptome nach einem Zeckenstich oftmals eindeutig diagnostizierbar. Schwierig wird die Sache, wenn kein Zeckenstich sichtbar oder erinnerlich ist und typische Krankheitsmerkmale wie eine Wanderröte (Erythema migrans) fehlen. Grippeartige Symptome treten nicht nur im Frühstadium der Borrelieninfektion, sondern auch bei vielen anderen frischen Infektionen auf.
Gegen Borreliose gibt es keine Immunität. Man kann sich mehrfach infizieren und auch mehrere Borreliosen verschiedener Stadien gleichzeitig haben. Einen Impfstoff gegen Borreliose gibt es im Gegensatz zur auch durch Zecken übertragenen frühsommerlichen Meningoencephalitis (FSME) nicht.
Bei wem frühzeitig nach einer Infektion die Diagnose einer Borreliose gestellt wird, ist in aller Regel schon auf der sicheren Seite, denn eine ausreichende antibiotische Behandlung verspricht eine hohe Heilungsquote. Zur Beruhigung Anlass gibt weiterhin, dass nicht jede Borreliose dramatisch verläuft. Nur ein geringer Teil der Borrelieninfektion führt zu einer wirklichen Erkrankung. Bei einer symptomatischen Erkrankung (etwa 20 Prozent) überwiegen leichte bis mittlere Beschwerden, die aber bei chronischem Verlauf einen erheblichen Leidensdruck verursachen können. Auch die wenigen schweren Fälle einer Borrelieninfektion, die häufig in Folge einer verzögerten Diagnose und Therapie auftreten, sind letztlich doch in aller Regel durch eine intensive antibiotische Therapie heilbar. |